Fleischersatz für Hühnchen-Geschnetzeltes. Aus Seitan.

Veggie Geschnetzeltes Hähnchen Art selbst gemacht
Version 2

 

In manchen Rezepten verwende ich gerne Geschnetzeltes "Hühnchen Art". Nun habe ich herumprobiert, wie man es ungefähr selber machen kann. Es kommt nicht ganz an die gekauften Industrie-Produkte heran, das sollte man vorher wissen. Aber es ist trotzdem lecker und hat den gewissen Biss, den man bei Ersatz-Produkten auch hat (Version 1).

 

Von den Gewürzen her könnt ihr selber auch noch experimentieren - von den Verhältnissen Wasser zu Seitanpulver würde ich es so lassen - es wird sonst zu weich bzw. zu zäh. (Version 1)

 

UPDATE: Ich habe hier jetzt 2 Versionen für euch! Einmal nur mit Glutenpulver (Seitan) und einmal mit Tofu und Glutenpulver (Seitan)

Fleischersatz für Geschnetzeltes Hühnchen Art selber machen, Thermomix
Version 1

 

 

Es ist nicht so einfach mit Seitan etwas selber herzustellen, das man von einem Industrieprodukt kennt. Ich habe zwei Versionen, weil der Grad zwischen "Seitan ist gummiartig-zäh", "Seitan ist perfekt" und "Seiten ist schwammig" sehr schmal ist. Das hängt damit zusammen, wie stark die Rohmasse beim Dämpfen zusammengepresst ist oder die Möglichkeit hat, sich auszudehnen und ob noch zusätzliche weiche Bestandteile (Tofu, Kichererbsenmehl, Linsenmehl o.ä,) enthalten sind.  

 

 

Die Menge entspricht ca. 3 Pck. "Geschnetzeltes Hühnchen Art" à 180 g oder 600 g echtem Fleisch.

 

Tipp: kann eingefroren werden (siehe unten)

 

Version 1) 

diese Version hat etwas mehr Biss. Aufpassen, dass es durch falsches Dämpfen oder zu dick geschnittene Stücke nicht zu zäh wirkt. 

 

250 g Glutenpulver

300 g Wasser

3 TL Paprikapulver edelsüß

1 TL Zwiebelpulver

1,5 TL Currypulver (optional, würde ich heute eher weglassen)

1/4 TL Pfeffer (optional, würde ich heute eher weglassen)

1/4-1/2 TL Rosmarinpulver 

3 TL Brathähnchensalz

20 Sek./Stufe 5

 

Diese Masse jetzt dämpfen in Alufolie oder im Weckglas (siehe unten).

 

Version 2)

diese Version ist etwas weicher, bekommt aber wieder mehr Biss, wenn sie abgekühlt ist. Daher evtl. abkühlen lassen und dann nochmal kurz vorm Servieren durch die Pfanne schwenken, damit es warm wird. 

 

200 g Glutenpulver

150 g Natur-Tofu

300 g Wasser

3 TL Paprikapulver edelsüß

1 TL Zwiebelpulver

1,5 TL Currypulver (optional, würde ich heute eher weglassen)

1/4 TL Pfeffer (optional, würde ich heute eher weglassen)

1/4-1/2 TL Rosmarinpulver 

3 TL Brathähnchensalz

20 Sek./Stufe 5

 

Diese Masse jetzt dämpfen in Alufolie oder im Weckglas (siehe unten).

 

Gedämpft eingewickelt in Alufolie:

 

Die Masse zu 2 Würsten formen und in Alufolie einwickeln, die Enden dabei schön verzwirbeln, sodass es eine kompakte feste Wurst wird. (siehe unten)

 

Diese in den Varoma legen. (Es passen insgesamt 4 solcher Würste in den Varoma und Einlegeboden, d.h. ihr könnt auch gleichzeitig die doppelte Menge dämpfen oder macht gleichzeitig den Ersatz für Gyros)

 

1 Liter Wasser in den Mixtopf geben

Varomabehälter aufsetzen

60 Min./Varoma/Stufe 1 

 

Abkühlen lassen, aus der Folie wickeln, Würste längs halbieren und in feine Filets oder Streifen schneiden. Diese Filets in der Pfanne mit Öl braten.

 

Gedämpft im Weckglas

 

Die Masse in 4 Weckgläser à 200 ml geben, verschließen mit Clips. In den Varomabehälter stellen.

 

1 Liter Wasser in den Mixtopf geben

Varomabehälter aufsetzen

60 Min./Varoma/Stufe 1 

 

Die Masse wird ggf. etwas rausquellen und auch eine etwas andere Endkonsistenz haben, als stramm in Alufolie eingewickelt.

 

Die Masse in dünne feine Stücke schneiden und in der Pfanne in Öl anbraten, dabei immer wenden.

 

Weitere Hinweise

 

Tipp: das ungebratene Ersatz-Fleisch kann eingefroren werden! Dafür aber vorher in feine Stücke schneiden. Vor dem Verwenden komplett auftauen.

Im Kühlschrank kann die Oberfläche austrocknen, wenn man es ein paar Tage lagern will, muss man es gut abdecken. 

 

Hinweis: Wer auf die Alufolie verzichten will, der gibt den Seitan in den Gareinsatz und 1200 g Wasser in den Mixtopf: 60 Min./Varoma/Stufe 1. Dann in Stücke schneiden und anbraten. ABER: damit wird das Endergebnis eher weich statt bissfest. Das muss man bedenken, wenn man auf Alufolie verzichten will. Auch in Backpapier gewickelt bläht es zu sehr auf und wird dann im Endergebnis weich.

 

 

  

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Disclaimer: Das Nachmachen aller Rezepte geschieht auf eigene Gefahr. Ich bin weder Arzt noch Apotheker noch Kosmetikerin oder Chemielaborantin. Ich probiere Rezepte nach bestem Gewissen und teste sie vorher ausgiebig, allerdings kenne ich weder euren Hauttyp noch eure Allergien etc. Die Hausmittel bei Krankheiten ersetzen keinen Besuch beim Arzt! Bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern die Anwendung von DIY Produkten unbedingt vorher mit dem Arzt absprechen.

 

 

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Fleischersatz für Geschnetzeltes Hühnchen Art selbst gemacht aus Seitan (Glutenpulver), vegetarisch, vegan, Thermomix

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Kommentare: 20
  • #1

    Karin (Samstag, 02 Mai 2020 19:30)

    Hallo Amelie,
    meinst du man könnte die Masse auch in Sturzglaser füllen und dann dämpfen. (Zur Not halt nicht im Thermomix �)
    oder dehnt sich die Masse stark aus .

    Danke für das Rezept hier und die Rezepte überhaupt. Danke auch für dein Engagement hier alles einzustellen und Fragen zu beantworten.
    Schönes Wochenende für dich und deine Familie

  • #2

    Amelie (Samstag, 02 Mai 2020 19:51)

    Hallo Karin,

    die Masse dehnt sich auch in der Alufolie etwas aus. Die Frage ist: was passiert mit dem Glas, wenn es bis oben hin voll ist und gut zugeschraubt ist - würde sich durch die Hitze Druck entwickeln und das Glas zum Platzen bringen? Das kann ich überhaupt nicht sagen - ist aber ein sehr interessanter Gedanke - ich werde da mal weiter drüber nachdenken und mal recherchieren, vielleicht findet man Hinweise in Einkochforen, bevor man selber etwas ausprobiert. Sollte ich zu einem positiven Ergebnis kommen, werde ich es hier schreiben.

    LG Amelie

  • #3

    Amelie (Montag, 04 Mai 2020 11:19)

    Hallo Karin,

    ich bin bei Peta fündig geworden! Da gibt es ein Rezept, bei dem der Seitan im zugeschraubten Glas im Wasser gekocht wird! Daher ist das definitiv eine Alternative zur Alufolie! Ich notiere das jetzt direkt mal als Hinweis im Rezept. Danke dir für diese Idee!

    LG Amelie

  • #4

    Miriam (Mittwoch, 24 Juni 2020 08:37)

    Ich werde heute mal die Variante im Glas testen. Bin gespannt.

  • #5

    Miriam (Mittwoch, 22 Juli 2020 08:33)

    Ich hab es neulich im Weckglas ausprobiert und es hat super funktioniert! Geschmacklich fand ich’s auch gut. Meinen Fleischessern konnte ich es leider nicht unterjubeln. Wir arbeiten dran. ;)

  • #6

    Steffi (Dienstag, 15 Dezember 2020 13:35)

    Hallo,
    Ich habe das Saitan auch in Gläser gegeben und eine Stunde im Varoma gedämpft. Hat gut funktioniert.
    LG Steffi

  • #7

    NadineP. (Samstag, 23 Januar 2021)

    Hallo Amelie,
    ich habe heute dieses Rezept ausprobiert. Es hat auch soweit alles geklappt. Ich habe fertig gegarte Maße in dünne Scheiben geschnitten und dann kross in der Pfanne gebraten. Leider war die Konsistenz eher Gummi artig. Hast du vielleicht eine Idee was ich falsch gemacht haben könnte?
    Schönen Abend noch
    Vieles Grüße Nadine :-)

  • #8

    Amelie (Samstag, 23 Januar 2021 21:11)

    Hallo Nadine,

    das kann bei Seitan schnell passieren, wenn man etwas zu wenig Flüssigkeit hat oder die Scheiben zu dick sind oder es sich aufbläht beim Dämpfen. Ich kann das jetzt aus der Ferne schwer beurteilen, ob es richtig so ist und die tatsächliche Endkonsistenz dir komisch vorkommt oder ob es doch irgendwo eine kleine Abweichung gab und es dann doch nen Tick zu zäh geworden ist. Man sollte es auch ordentlich anbraten und eben echt dünn schneiden - je dicker es ist, desto gummiartiger kommt es einem vor.

    Ich hoffe, das hilft dir weiter!!

    LG Amelie

  • #9

    NadineP. (Sonntag, 24 Januar 2021 16:44)

    Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Ich werde es nochmal mit mehr Flüssigkeit probieren. Nachdem alle Zutaten im Topf vermischt waren, war die Masse schon sehr gummiartig.

    LG Nadine

  • #10

    Amelie (Sonntag, 24 Januar 2021 16:56)

    Huhu!

    Das extrem zähe ist normal direkt nach dem Mixen. Für Schnitzel tausche ich einen Teil Gluten mit pulverisierten Linsen - das habe ich hier auch probiert, war aber zu weich. Wichtig ist, dass es ganz fest gewickelt ist beim Dämpfen. Wenn man das nicht hat, wirds komisch. Es ist nicht ganz einfach mit Gluten - da spielen viele Faktoren eine Rolle.

    LG Amelie

  • #11

    Regina (Sonntag, 07 Februar 2021 22:32)

    Hallo Amelie,

    Vielen Dank für die vielen wunderbaren Rezepte und was du auch alles ausprobierst und umwandelst. Du bereicherst unseren Esstisch enorm.

    Von den Fleischersatz-Produkten halte ich wegen dem hohen Verpackungsanteil nicht viel, deshalb möchte ich sehr gerne Mal selber ans Werk gehen. :-)

    Hast du es mittlerweile selbst im Sturzglas probiert? Wenn ja, welche Größe (ml) passt hier?

    Und kann man das nur einfrieren oder auch eine Zeitlang im Kühlschrank aufbewahren?

    Vielen Dank für dein Engagement mit Herz. ❤️
    Man schmeckt es. :-)
    Schönen Abend,
    Regina

  • #12

    Amelie (Montag, 08 Februar 2021 15:36)

    Hallo Regina,

    ich habe es tatsächlich heute morgen ausprobiert. Ich habe ein 400ml Marmeladenglas getestet (es passte nicht alles rein) und es schön reingedrückt und den Deckel drauf geschraubt. Es ist mir dann allerdings aufgeploppt nach 40 Minuten, weil es sich einfach gerne ausdehnt. Das Ausdehnen bewirkt aber dann auch wieder, dass es einem schnell zu zäh und gummiartig vorkommt. Wenn dann würde ich ein Weckglas nehmen, das man mit den Clips richtig verschließen kann, kein Schraubdeckelglas und das dann bis oben hin füllen. Ich überlege auch, ob man nicht einen Teil des Glutens mit Tofu ersetzt, um so die Gefahr des massiven Ausdehnens und dann gummiartigen etwas zu minimieren - ich habe das bei den Bratwürstchen so gemacht - also statt 250 g Glutenpulver > 200 g Glutenpulver + 150 g Tofu. Warum ich das hier nicht gemacht habe, weiß ich leider nicht mehr. Das ist aber jetzt tatsächlich etwas, das mich wurmt und das muss ich dann auch heute nochmal ausprobieren! Ich melde mich dazu wieder! :-)

    LG Amelie

  • #13

    Regina (Montag, 08 Februar 2021 16:05)

    Oh Hallo,
    Das ist ja lieb von dir dass du gleich ans Ausprobieren gehst.
    Ich freue mich wieder von dir zu hören. :-)
    Mit Tofu meinst du den Natur im Block oder?
    Gutes Gelingen. ❤️

  • #14

    Regina (Montag, 08 Februar 2021 17:57)

    Ach ja und die Info zur Aufbewahrung im Kühlschrank gerne noch. Dann könnte auch noch gleich die Gyros-Variante für den übernächsten Tag machen. :-)

  • #15

    Amelie (Montag, 08 Februar 2021 19:17)

    Hallo Regina,

    es ist mit Seitan nicht so einfach wirklich genau die Textur hinzubekommen, die allen gefällt. Dem einen ist es zu zäh, dem anderen die Alternative zu weich. Da muss man einfach mal selber schauen, was einem gefällt. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass es in Alufolie leichter und bissfester herzustellen ist. Mir ist es auch im Weckglas leicht rausgequollen, was aber nicht so schlimm war (sah nur komisch aus), denn man konnte es zu Ende dämpfen und witzigerweise hat der rausgequollene Teil tatsächlich die meiste Ähnlichkeit mit den gekauften Ersatzprodukten nach dem Braten gehabt. Wahrscheinlich wird das ganze in der Industrie während des Dämpfprozesses schön platt gewalzt, dass es so rauskommt, wie es dann rauskommt. Ich weiß es nicht. Die Tofu-Version ist auf jeden Fall weicher als die ohne - wer Angst vor zähem Gummi-Seitan hat, sollte mit Tofu mixen und am besten in Alufolie gewickelt, dann hat man am ehesten die Bissfestigkeit. Wer aus Umweltgründen kein Alu verwendet, der muss dann entweder drauf verzichten oder arrangiert sich damit, dass es eben etwas weicher ist. Lecker ist es auf jeden Fall und wenn man es nach dem Braten abkühlen lässt, dann bekommt es auch wieder mehr Biss.

    Ich hoffe, das hilft dir alles irgendwie weiter!! Berichte gerne, wie es dir ergangen ist, vielleicht hat du ja selber auch noch weitere Erkenntnisse, die man noch wieder ins Rezept einfließen lassen kann.

    Viele liebe Grüße Amelie

    P.S. Kühlschrank: für ein paar Tage bestimmt, dann aber gut abdecken, damit die Oberfläche nicht austrocknet und komisch wird. Vielleicht auch einfach schon durchgebraten in den Kühlschrank - dann kriegt es auf jeden Fall den Biss, den man gerne haben möchte.

  • #16

    Regina (Montag, 08 Februar 2021 21:47)

    Hallo Amelie,
    wow, vielen Dank für deine mega Antwort. Du hast dich wirklich ins Zeug gelegt. Ich werde schauen, dass ich es zeitnah mal ausprobiere und dann berichten.
    Vielen Dank und schönen Abend,
    Regina

  • #17

    Ulrike (Sonntag, 14 März 2021 07:44)

    Die Rezepte klingen gut. Werde ich sicher ausprobieren.
    Allerdings für mich ein No- Go ist dabei Alufolie zu verwenden. Macht nämlich gutes Essen zu toxisch.

  • #18

    Amelie (Sonntag, 14 März 2021 09:46)

    Hallo Ulrike,

    für alle Menschen, die keine Alufolie verwenden wollen, habe ich extra die Version mit Weckglas getestet. Wählt doch einfach die Version aus, die euch zusagt, statt die für euch negative Version rauszupicken. In jedem Rezept kann man was zu meckern finden, wenn man das will. Aber muss das sein? Sei doch einfach happy darüber, dass ich meine freie Zeit zum Ausprobieren solcher Dinge nutze, damit du es nicht machen musst und meine Erfahrung nutzen kannst. ;-)

    LG Amelie

  • #19

    Mélanie (Donnerstag, 25 März 2021 10:30)

    Hi, ich habe die Masse halbiert in Mulltücher gewickelt, als Würste und diese dann mit Faden gut verknotet. Hat wunderbar funktioniert, löst sich gut ab und die Tücher koche ich in Soda/Natron Wasser danach aus. Wie immer ein 5* Rezept!

  • #20

    Amelie (Dienstag, 06 April 2021 10:59)

    Hallo Mélanie,

    auch eine sehr gute Idee!!

    LG Amelie